Was von uns bleibt ...


Kurz vor der POTENTIALe 2016 wurde ein seltsames Konstrukt im Reichenfeld aufgebaut. Das Feldhotel war es nicht. Daran konnten sich Feldkirchs BewohnerInnen und Festival-BesucherInnen noch erinnern, und das hatte anders ausgesehen. Größer war es gewesen, mehr wie ein Haus, ein wanderndes - eines, das man später in Lustenau und dann sogar mitten in der Stadt antreffen konnte. Nein, das hier war anders. Es war rund wie ein Fußball. Innen hohl, leicht und beweglich wirkte es. Es war ein temporäres Kino für Stummfilme.

 

„Etwas anders wahrnehmen“ macht sehr viel aus für eine Stadt. Auf einmal werden BewohnerInnen und BesucherInnen selbst aktiv und machen sich Gedanken über die Stadt und ihre Alltagskultur. Wiederholt setzt die POTENTIALe auf kulturelle Formate, die Impulse für eine Beteiligung an der Stadtraumentwicklung  setzen sollen. Diese Projekte generieren keinen kurzfristigen Hype, sondern wachsen langsam und binden lokale Kräfte und Ressourcen ein.

 

 

 

Das Stummfilmkino von 2016 wurde als offener Raum in der Stadt – als sogenannte Begegnungszone - kommuniziert und genutzt. Ähnlich wie schon das Feldhotel vor ihm sollte auch dieses Projekt nicht einfach wieder spurlos verschwinden, sondern langfristig wirken - in Feldkirch, in der Region, in Vorarlberg. Das ist die Bedeutung von Nachhaltigkeit.

 

... und weiterwirken darf.

 

Nach Abschluss der POTENTIALe 2016 blieb das Stummfilmkino noch zwei Monate im Reichenfeld und verdeutlichte in dieser Zeit einmal mehr, dass man ohne strenge Verbotsregeln oder Bewachung interessierten Menschen Räume zur Verfügung stellen kann - und diese auch entsprechend genutzt werden. In der Mittagspause, im jugendlichen Austausch, für neugierige Kinder und Eltern oder einfach als Dach über dem Kopf: das Stummfilmkino wollte gefühlt gar nicht mehr weg. Doch mit der richtigen Nachnutzungsanfrage kam Bewegung in die Kugel und brachte diese bis in die Marktgemeinde Nenzing. Gemeinsam mit dem Unternehmen Sapa wurde das Objekt übernommen, abgebaut und im Rahmen eines Jugendprojektes wieder aufgebaut. Dort wirkt es nun weiter, als öffentlicher Raum im öffentlichen Raum.


Was ist schon schön, wenn nicht mit Stil?


Die POTENTIALe ist nominiert. Beziehungsweise vielmehr das, was die POTENTIALe emotional ansprechend macht. Das Erscheinungsbild unseres Festivals wird die finale Jurierung des AdWin 2017, dem Vorarlberger Werbepreis, am 21. September durchlaufen. Und Ehre gebührt hierfür Magdalena Türtscher. Sie gehört zu den Menschen, die das Erscheinungsbild und die Entwicklung der POTENTIALe maßgeblich geprägt haben. Bereits seit 2013 fungiert die Inhaberin von „Magma – Büro für Gestaltung und Kommunikation“ als maßgebende Art-Direktorin für unser Projekt. Vom Folder über Fotografie bis zur Signalektik - sie ist es, die der POTENTIALe ihren unverkennbaren, wirkungsstarken Schriftzug und Stil verliehen hat. 

 

2015 hat sie erstmalig zwei ihrer Arbeiten beim AdWin eingereicht – und prompt eine Nominierung sowie eine Auszeichnung in der Printkommunikation erhalten. In Magdalena Türtschers Zugängen finden wir zahlreiche unserer eigenen Anliegen wieder, und womöglich liegt hier die Wurzel für den Erfolg unserer Zusammenarbeit. Denn nichts führt zu hochwertigeren Ergebnissen als die gegenseitige Bestärkung anspruchsvoller Ideen. 

 

2016 wurde das Corporate Design für die POTENTIALe 2016 geschaffen - eine grafische Bühne für unterschiedlichste Inhalte. Gleichermaßen klar und zurückhaltend wie außergewöhnlich und auffallend, war es individuell einsetzbar, ohne seinen Wiedererkennungswert zu verlieren. Und mehr denn je hatte es sich der Nachhaltigkeit verschrieben.

 

2017 erinnern wir uns an die hoch gesetzten Standards der POTENTIALe. Und wir setzen unsere Arbeit fort: Indem wir selbst das Unikat sind, für das wir einen Rahmen schaffen.

 


Neuigkeiten zum AdWin

Stil gibt es auch ohne schön. Das wissen wir. Mit schön und hässlich kann man spielen. Aber: Stil ist immer klar. Und wichtig ist das Detail. Denn Stil zeigt sich erst dort, wo alles zusammenspielt - bis ins Detail.

 

Deshalb ist stilvolles Design das alles: spielerisch, klar und detailverliebt. Nicht umsonst hat mit genau diesen - erfüllten - Kriterien das Corporate Design für das POTENTIALe Festival den AdWin 2017 gewonnen. Genau genommen hat Magdalena Türtscher den AdWin gewonnen. Mit ihrem Corporate Design. Weil es spielerisch und klar und detailverliebt und nicht zuletzt dann doch auch schön ist. Haptisch, einzigartig in seiner Materialwahl und klar in der Kommunikation. Genau so wollen wir sein, und an diesem Punkt setzen wir fort.

 

 

 

Wir machen heuer die Typografie nicht nur zur optischen Charakteristik unseres Corporate Designs. Wir machen sie auch zum Inhalt. Wir erinnern daran, wie viel Kontinuität und zugleich Entwicklungspotential sie ermöglicht - als vielleicht klarste Form der visuellen Kommunikation. Wir feiern die Typografie und Magdalena Türtscher und das Jahr 2017. Ein guter Start für ein Festival. 

Sichtbar im Raum

Wer gut Ausschau hält, findet die Spuren der POTENTIALe 2017 jetzt schon.  

Sie zeigen sich als kleine, runde Magnete, versammelt in der Form eines P's oder auch mal einzeln. Einfach als Sammelstück mitnehmen oder für die nächsten Sammelnden dortlassen. Zu finden sind sie an Orten, die man noch nie so genau gesehen hat. Oder an Orten, die schon immer nach Dekoration gerufen haben. An ausgewählten Orten eben. Im gesamten Stadtraum, von gut versteckt bis allzu offensichtlich. 

Ebenfalls sichtbar im Raum ist der POTENTIALe AUTOMAT, der mit neuem Anstrich vom Fesch´markt zur poolbar gewandert ist. Dort bietet er nun die Möglichkeit, Design und Fotografie im Kleinformat mitzunehmen. 

Nicht ganz so abenteuerlustig, dafür umso konstanter sichtbar ist der POTENTIALe AUTOMAT Nummer Zwei. Dieser hat sein Wandern auf ein paar Meter in der Schlossergasse beschränkt, wo man ihn nun zu jeder Tages- und Nachtzeit gut gefüllt antrifft: zwischen dem Stone Club und dem Eingang zum Stadtmarketing und Tourismus Feldkirch Büro.

© Lukas Stark

Vernetzter Stadtraum

© Victor Marin


„Um Alltagskultur und soziales Handeln pflegen und weiterentwickeln zu können, braucht es atmosphärische Räume, die den Austausch untereinander wieder ermöglichen, die Spielraum für Aktivitäten und Experimente zulassen. Es gibt solche räumlichen Ressourcen – sie sind meist nur nicht auf den ersten Blick sichtbar. Es braucht also Personen, die diese Räume aufspüren und es braucht niederschwellige Formate, die diese Räume für unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen öffnen.“

 

Diese Conclusio zieht Carolin Riedelsberger von der TU Wien in ihrer Arbeit über den Beitrag von Kulturfestivals für Stadt- und Regionalentwicklung. Sie untersuchte für ihre Arbeit verschiedene Festivals in Österreich, darunter auch die POTENTIALe.

Die Arbeit mündet in einer Reihe von Vorschlägen und Handlungsempfehlungen für die Kreativwirtschaft und Kommunen, die darüber nachdenken, ein solches Festival zur atmosphärischen Stadtraumentwicklung einzuführen. Worauf es besonders ankommt schilderte Riedelsberger beim Best-Practice-Day des Österreichischen Stadtmarketing-Dachverbandes STAMA Austria im Montforthaus.

ExpertInnen und KollegInnen aus ganz Österreich kamen hierzu nach Feldkirch, um sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Strategien Städte in Zeiten schwindender Handelsflächen und Online-Shopping brauchen, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Welche Werkzeuge haben Kommunen, um Kreativwirtschaft anzusiedeln, Kulturakteure zu vernetzen und somit einen allgemeinen Mehrwert zu generieren?

 

Mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigten sich die Tage davor eine Gruppe von Studierenden der Fachhochschule Kufstein bei einer Exkursion in Feldkirch und das Festival „usgnutzt – Was im Leerstand möglich ist“.

 

Die Projektleitungen der POTENTIALe und der Montforter Zwischentöne präsentierten bei diesen Formaten die Idee hinter den Festivals, verschiedene Formate zur Stadtraumgestaltung und was dies mit Feldkirch zu tun hat. Beim anschließenden Stadtrundgang gab es einen Austausch mit mehreren Akteuren der Altstadt zum Thema Raumgestaltung, Architektur und kreative Geschäftsmodelle.