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Freiraum statt Leistungsdruck.
Werkstatt für Kinder.
Eine Werkstatt für Kinder – das war und ist Franziska Möhrles Vision. Die angehende Architektin wird damit zum Sprachrohr für zahlreiche BewohnerInnen Feldkirchs, denn tatsächlich gibt es bislang kein vergleichbares Angebot.

Nach mehreren Workshops im Rahmen der POTENTIALe 2019 arbeitet Franziska Möhrle nun an einem langfristig umsetzbaren Konzept für eine Kinderwerkstatt im Reichenfeld. Direkt auf der Waldbühne entsteht ein Ort, an dem Kinder ungestört Raum und Zeit für ihre Kreativität bekommen.

Franziska Möhrle war bereits mehrfach mit der POTENTIALe in Kontakt. 2018 gründete sie gemeinsam mit Valerie Rainer das Kollektiv Auf´strich, im selben Jahr gestalteten die beiden die Festivalzentrale im Reichenfeld. Während ihres Architekturstudiums in Liechtenstein arbeitete sie im Atelier für interaktive Baukunst ma_ma und war beteiligt am Prozess Stadt/Studio. Seit vielen Jahren ist sie außerdem als Nachhilfelehrerin tätig und erlebt dabei, wie für viele Kinder – neben all ihren Aufgaben – nur noch wenig Raum für Kreativität bleibt.

››Mir fällt immer wieder auf, unter was für einem Leistungsdruck junge Leute stehen, und dass an unseren Schulen kaum Platz für die individuelle, freie Entfaltung bleibt. Es ist mir ein wirklich großes Anliegen, dass wieder Raum für das künstlerische, handwerkliche Machen geschaffen wird. Mein Traum ist es, einen permanenten Raum zu entwickeln, der eine Freifläche für Kinder und Kindgebliebene ist – ein Ort, an dem sie ohne Zielvorgaben frei schaffen, machen, gestalten können. Innerhalb meines Thesisjahres kann ich nun durch das Veranstalten verschiedener Werkstätten aktiv erfahren, was es für einen solchen Freiraum braucht.‹‹




Traumstadt in der Neustadt 25 und im Reichenfeld

Die Pionier-Workshops fanden in der Neustadt 25 statt und wurden von SchülerInnen der Mittelschule Oberland, Schule für Globale Entwicklung in Ludesch besucht. Franziska Möhrle werkte und experimentierte mit zwei Klassen zum Thema ››Traumstadt‹‹. Dazu gehörten auch die Erkundung der Stadt, das Analysieren von sinnlichen Wahrnehmungen und sogar das gemeinsame Kochen. Vor allem aber wurden Traumstädte aus Naturmaterialien gebaut, aus Ton, Holz und gesammelten Schätzen.

››Die Frage nach dem gelingenden Leben gewinnt derzeit immer mehr an zentraler Bedeutung. Umso entscheidender ist es schon früh Bilder, Träume und Visionen anzureichern.‹‹ (Pädagogische Leiterin der Mittelschule Ludesch, Brigitte Rambichler-Praxmarer)

Anschließend, während der POTENTIALe 2020, setzte sich die Werkstattreihe in einem offenen Format im Reichenfeld fort, Seither arbeitet Franziska Möhrle am Konzept für ein Werkstattgebäude im Reichenfeld. Dort, auf der Waldbühne, wird sie Workshops und Werkstätten umsetzen, sobald dies möglich ist. Bis dahin stellt sie sich der großen Herausforderung, sich so weit wie nur möglich in die Bedürfnisse und die Blickwinkel von Kindern hineinzuversetzen. Zu spüren, was gebraucht wird für den entstehenden Ort. ››Denn bei aller Freiheit, Flexibilität und Wandelbarkeit: Kreativität braucht einen Raum‹‹, so die Architektin. Parallel dazu bietet sie aber schon jetzt gestalterische Möglichkeiten für SchülerInnen an. In Zusammenarbeit mit der Pädagogin Brigitte Rambichler-Praxmarer regt sie Kinder an, sich forschend, bauend, fotografierend mit Höhlen und Nischen auseinanderzusetzen. Wo ist meine Nische? Und wie fühlt sie sich an?





aufstrich.jimdosite.com
Text: Magdalena Hopp
Fotos: Magdalena Türtscher & Nadine Jochum