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"Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun."

 

Die Sache ist, wir können ihn nicht von heute auf morgen ausradieren, den Konsum. Wir können aber ein Bewusstsein schaffen, für reflektierten Konsum und Qualität. Wir können zeigen, dass nachhaltige Materialien, transparente Produktionsketten und faire soziale Bedingungen tatsächlich die Welt verändern. Das passiert nicht nur im Großen, sondern auch in vielen kleinen Schritten. Einige der großen Schritte hat uns bereits die Stiftung Zukunftsfähigkeit Berlin vorgemacht, FUTURZWEI.

 

Können wir Utopien leben?

 

Am Freitag, 8. November findet um 17 Uhr im Pool im Alten Hallenbad unser Auftakt gemeinsam mit FUTURZWEI statt. Die Futuristen werden zum Diskurs einladen. Es wird um Nachhaltigkeit gehen, aber auch um gelebte Utopien. Und um Träume für positive Zukunftsbilder. Und weil Bilder und Gedanken zusammengehören, verwandelt das Berliner Kollektiv schön moralisch den Pool in einen Wald. Reich an Ideen für Bestehendes und Neues.

 

Ebenso spielen Utopien eine Rolle bei unserem diesjährigen Werkschau-Schwerpunkt: 10 Architektinnen aus Vorarlberg stellen unterschiedlichste Zugänge zur Zukunftsfähigkeit vor, erzählen von ihrer Arbeit und stehen für Fragen zur Verfügung. So einfache wie komplexe Fragen gelangen dabei zum Diskurs. „Sollen wir bauen?“, fragt beispielsweise Studio SAAL aus Feldkirch und erklärt im Zuge dessen, wie viele Überlegungen zur individuellen Lebenswelt erst getätigt werden, nachdem bereits gebaut wurde – und dass ein Neubau längst nicht mehr die richtige Lösung für alle ist.

 

Nachhaltig produzieren. Geht es noch besser?

 

Ja. Es gibt die Produktion aus hochwertigen, langlebigen Materialien. Es gibt aber auch die Weiterverwendung von Bestehendem. Oder die Produktion aus Bestehendem, entweder aus natürlich abbaubaren Rohstoffen – oder aus Müll. Auf Messe & Festival der POTENTIALe erhalten alle drei Varianten ihren Auftritt. Die AusstellerInnen der Werkschau setzen auf Atelierfertigung und einen wohlüberlegten Materialverbrauch. Und viele der 16 internationalen JungdesignerInnen und Studierenden setzen sich intensiv mit neuen Materialien auseinander. Da wird Geschirr aus Eierschalen und Federn gefertigt – nicht nur sauber, sondern auch ästhetisch. Da gibt es Verpackungsmaterial aus Kombucha- und Essigkulturen zu bestaunen, genauso wie Taschen aus Bananen- und Orangenschalen, die in all ihren Eigenschaften an Leder erinnern. Da gibt es Dinge, von denen denkt man, die gibt es nicht. Im Design Labor in der Alten Dogana. 

 

Der Vintage Markt dagegen bietet Dinge, die wir kennen – und suchen. Es gibt sie schon lange und sie sind nicht nur nachhaltiger als die nachhaltigste Produktion, sondern zum Großteil auch noch regional. Vier der sechs AusstellerInnen sind aus Vorarlberg. Geboten werden ausgewählte Besonderheiten, die nirgends sonst zu finden sind. Und dann ist da noch SURPLUS. SURPLUS ist alles, Vintage und Upcycling und jung und weise und basic und schick. Magda Buczek, die Gründerin des Projekts, setzt die Tradition des politischen T-Shirts fort, mit Design-Unikaten, die ein Statement tragen. Gegen den Müll, mit klaren Worten. Und wer SURPLUS kennen lernen möchte, kann das nicht nur im Pop-up Store, sondern auch im Workshop mit der Künstlerin.

 

 

 

Text: Lena Hopp 

Fotos: Midushi Kochhar