Fragen ans All, Fragen an alle

Auch das poolbar Festival setzt auf Raumfahrt. Als Vehikel dient zwar keine Rakete, sondern das poolcar, und es geht auch nicht direkt „To Infinity and Beyond“, aber schon einmal über die Ill herüber und teilweise auch über die Gemeindegrenze: An recht speziellen Orten – vielfach an solchen, die unter- oder gar ungenutzt sind – gibt es diesen Sommer kleine Konzerte, Filmvorführungen und Diskussionen.

 

Ein Partner im Feldkircher Stadtkern ist die POTENTIALe: Sie stellt ihre junge ‚Büro-und-mehr‘-Niederlassung in der Neustadt – provisorisch „N14“ oder „POTENTIALe Base“ benannt – für mehrere Veranstaltungen zur Verfügung, einige Veranstaltungen bestreitet sie auch inhaltlich mit. Zum Vormerken: Der frühe Dienstagabend steht drei Wochen hintereinander ganz im Zeichen von Raumfahrt, jeweils um 18:00, bei freiem Eintritt.

 

Am 16. Juli läuft in N14/POTENTIALe Base der Film Ort schafft Ort (A/ D 2014). Robert Schabus drehte in acht Ortschaften, vier davon in Deutschland, vier in Österreich. Zu den porträtierten Gemeinden zählen zwei Orte in Oberösterreich, einer in Osttirol – und Zwischenwasser in Vorarlberg.

Porträtiert wurden diese Kommunen als „vorbildlich“, auf unterschiedliche Weise und vor allem in Sachen Baukultur und Gemeinwesen ragen sie aus dem Mainstream heraus.

 

Im POTENTIALe-Büro, das in nächster Zukunft nicht nur aus Anlass einzelner Veranstaltungen ‚öffentlich‘ sein, sondern auch reguläre Öffnungszeiten für BesucherInnen haben soll, wird Schabus‘ Film gezeigt als Anreiz: Mindestens so wichtig wie das gemeinsam Anschauen von Ort schafft Ort ist ‚Wort schafft Wort‘, der gemeinsame Austausch. Ingo Türtscher als lokaler Gastgeber verrät, dass das Team der POTENTIALe und jenes vom Projekt LandStadt den zweiten Teil des Abends nicht starr programmieren wollen. Je nach Interessen und Zugang der Anwesenden kann und wird sich der Part nach der Filmvorführung gestalten. „Kann sein, dass wir in die Stadt gehen, verschiedene Plätze aufsuchen“, so Türtscher, „kann sein, dass wir diskutieren - oder beides; das hängt davon ab, wer kommt, und wer was einbringen mag.“

 

Das passt zu den Ausführungen von Judith Lutz, die die Vorgangsweise von LandStadt schildert: In einer ersten Feldforschungsphase solle bewusst niederschwellig ausgelotet werden, wie der Ausdruck LandStadt wirke: „Ist der Begriff zu abstrakt? Was für Bilder entstehen dazu?“ Lutz führt aus, wie das Projekt zustande kam: Ein wesentlicher Impuls sei Futopolis. Stadt, Land ,Zukunft, die Studie von Matthias Horx in Kooperation mit dem Architekturbüro GRAFT, gewesen – darin finde sich der Terminus „progressive Provinz“. Der Lebensraum im Dazwischen, mit Merkmalen von ‚Land‘, doch mit „urbanem Mindset“. Das fasziniert und hat – Potential!

 

Das Kernteam für LandStadt setzt sich aus verschiedenen Organisationen zusammen: Mit dabei das (im Rahmen der Landesverwaltung angesiedelte) Büro für Zukunftsfragen, ebenso Kongresskultur Bregenz, vorarlberger architekturinstitut (vai), Stadt Feldkirch und Bodensee-Vorarlberg Tourismus (BVT). Auch die POTENTIALe sieht Judith Lutz, die von etlichen Strategieprozessen berichtet, denen bislang „ein Gefäß, sich auszutauschen“ gefehlt habe, als „Player auf diesem Akteurs-Feld“. Sie und Michael Lederer, die für LandStadt stark auf Beteiligung und Kollaboration setzen, werden am Dienstag auch vor Ort Teil des Austausches sein.

 

Eine Woche drauf, wieder am Dienstag (23.7.), wieder um 18:00, lädt die POTENTIALe gemeinsam mit dem Österreichischen Ökologie-Institut zum Teehaus. „Naturraum Stadt“ ist Thema dieses Abends. Er beginnt mit einer Premiere: Im Teehaus drinnen waren ja womöglich auch geflissentliche BesucherInnen des Raiffeisenplatzes noch nicht. An diesem Termin aber wird das Teehaus zum Sehhaus, zum Fernseh-Haus.

 

 

„Der kleine Maulwurf“, eine Zeichentrickfigur aus den 1950ern, die ab 1968 auch auf deutschen Sendern lief und kindgerechte Abenteuer in Serie erlebt, kommt in dieser Folge „in die Stadt“. Wie sich das im Jahr 1982 darstellte, und was es heute auf sich hat mit Fuchs und Has in der Gass‘, beleuchten im Anschluss ans stilgerechte (Retro)Fernsehen zwei ExpertInnen: Katrin Löning (Österreichisches Ökologie Institut) spricht zum Thema Biodiversität im gesellschaftlichen Kontext, Agnes Steininger (Bibermanagement Vorarlberg) zum Phänomen Tiere in der Stadt.

 

 

Text & Inhalt: Redaktion

Fotos: Robert Zanona & Lukas Stark

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