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Found Place ›› Villa Müller: Messe für junge Design-Talente

Kreative Nutzung und Gestaltung von Leerständen? In Feldkirch sind solche Ambitionen seit einigen Jahren existenziell mit der POTENTIALe verquickt. Heuer werden ausgewählte Präsentationen am Novemberwochenende von Festival und Messe gebündelt, und zwar an einem Ort, wo man auch unterm Jahr belebend mit Raum und Räumlichkeiten umgeht: Schauplatz für junges Design wird die Villa Müller.

Im Jahr 2015 hießen sie „Lost Places“, jene kommunalen Kammerln und privaten Kabinette, die – im Alltag ungenutzt – für die Dauer der POTENTIALe plötzlich sichtbarer Teil des Stadtraums wurden. Unbekannte Hinterzimmer und Hallen standen offen und waren erfüllt: Von Kunst und Klang, von Karma und Kramuri. GestalterInnen mit Sinn fürs Experiment konnten sich für Neuartiges in kaltgestellter Bausubstanz begeistern, und auch das Publikum wurde warm mit ungeahnten Gelegenheiten und Gegebenheiten.

In den Folgejahren fanden sich weitere reizvolle Räume sehr unterschiedlicher Art, in denen ProtagonistInnen aus ganz Europa frisches Design, markige Prototypen, Interventionen und Installationen zeigten. Als „TALENTe“ bildeten sie ein Plus, welches POTENTIALe Festival und Messe nicht nur räumlich, sondern schlussendlich auch zeitlich ausdehnen sollte.

 

Wenn dann heuer im November wieder wie jedes Jahr ins wurlende Reichenfeld gerufen wird, hat die „Messe für junge Design-Talente“ schon am Ardetzenberg Stellung bezogen: Für die Vorarbeiten, die Präsentation und die Nachbereitung ihrer Beiträge zur POTENTIALe sind die angereisten AusstellerInnen erstmals rund um die Uhr vor Ort. Die Villa Müller bietet ihnen die so in Feldkirch noch nie da gewesene Möglichkeit, ein Haus zum Leben, zum Arbeiten und als Showroom zu nutzen: „Da entstehen noch einmal ganz andere Möglichkeiten der Vernetzung“, freut sich POTENTIALe-Projektleiter Ingo Türtscher.

 

Die Künstlerische Leiterin Maya Kleber weist darauf hin, dass die Villa Müller auch am POTENTIALe-Wochenende weit mehr als quasi Außen- oder Nebenstelle von Festival und Messe ist. Schließlich handelt es sich um eines der POTENTIALe-Ganzjahressprojekte: Die modellhafte Zusammenarbeit mit NEST. Agentur für Leerstandsmanagement (Wien) und Studio SAAL (Feldkirch) zeigt sich als konsequente Ausweitung der Leerstands-Grundidee, die sich seit 2015 als reißfester Faden durch die POTENTIALe-Programmatik zieht.

Anders dimensioniert, aber vom selben Impuls wie die Vorgänger- und Parallelprojekte getragen, bietet die Villa Müller für die Dauer von Festival und Messe 2018 Quartier für die jüngste Auflage jenes Schwungs, der bislang unter den Namen „Lost Places“ und „TALENTe“ den Stadtraum aufmischte. 

 

Wer sich schon vor dem Wochenende vom 9.11.–11.11. einen Eindruck von der Villa Müller (Weinberggasse 10) machen möchte, hat zum Beispiel am Nachmittag jedes ersten Donnerstags im Monat (16:00–18:00 Uhr) Gelegenheit dazu.

 

 

#VILLA MÜLLER

 

 

Text: Petra Nachbaur

Fotos: Design-Talente 2018