Was von uns bleibt ...

Nicht nur Zwischennutzen, auch der Nutzen danach hat eine zentrale Bedeutung

© Magdalena Türtscher    

© Magdalena Türtscher 


Kurz vor der POTENTIALe 2016 wurde ein seltsames Konstrukt im Reichenfeld aufgebaut. Das Feldhotel war es nicht. Daran konnten sich Feldkirchs BewohnerInnen und Festival-BesucherInnen noch erinnern, und das hatte anders ausgesehen. Größer war es gewesen, mehr wie ein Haus, ein wanderndes - eines, das man später in Lustenau und dann sogar mitten in der Stadt antreffen konnte. Nein, das hier war anders. Es war rund wie ein Fußball. Innen hohl, leicht und beweglich wirkte es. Es war ein temporäres Kino für Stummfilme.

 

„Etwas anders wahrnehmen“ macht sehr viel aus für eine Stadt. Auf einmal werden BewohnerInnen und BesucherInnen selbst aktiv und machen sich Gedanken über die Stadt und ihre Alltagskultur. Wiederholt setzt die POTENTIALe auf kulturelle Formate, die Impulse für eine Beteiligung an der Stadtraumentwicklung  setzen sollen. Diese Projekte generieren keinen kurzfristigen Hype, sondern wachsen langsam und binden lokale Kräfte und Ressourcen ein.

 

 

 

Das Stummfilmkino von 2016 wurde als offener Raum in der Stadt – als sogenannte Begegnungszone - kommuniziert und genutzt. Ähnlich wie schon das Feldhotel vor ihm sollte auch dieses Projekt nicht einfach wieder spurlos verschwinden, sondern langfristig wirken - in Feldkirch, in der Region, in Vorarlberg. Das ist die Bedeutung von Nachhaltigkeit.

 

... und weiterwirken darf.

 

Nach Abschluss der POTENTIALe 2016 blieb das Stummfilmkino noch zwei Monate im Reichenfeld und verdeutlichte in dieser Zeit einmal mehr, dass man ohne strenge Verbotsregeln oder Bewachung interessierten Menschen Räume zur Verfügung stellen kann - und diese auch entsprechend genutzt werden. In der Mittagspause, im jugendlichen Austausch, für neugierige Kinder und Eltern oder einfach als Dach über dem Kopf: das Stummfilmkino wollte gefühlt gar nicht mehr weg. Doch mit der richtigen Nachnutzungsanfrage kam Bewegung in die Kugel und brachte diese bis in die Marktgemeinde Nenzing. Gemeinsam mit dem Unternehmen Sapa wurde das Objekt übernommen, abgebaut und im Rahmen eines Jugendprojektes wieder aufgebaut. Dort wirkt es nun weiter, als öffentlicher Raum im öffentlichen Raum.